Untersuchungen

Proktologische Untersuchung

Die Untersuchung des Enddarms (proktologische Untersuchung) ist normalerweise nicht schmerzhaft, da wir bei der Untersuchung äußerst vorsichtig vorgehen und die Untersuchungsinstrumente schmal sind.
Für die proktologische Untersuchung ist meist keine besondere Vorbereitung erforderlich, wenn der Darm beim morgendlichen Stuhlgang bereits entleert wurde. Wenn sich noch Stuhlreste im Enddarm befinden, wird der Enddarm durch das Einführen eines Abführ-Zäpfchens (Suppositorium) oder einen Einlauf (Klistier) entleert, damit auch kleinere Befunde an der Darmschleimhaut nicht übersehen werden.

Die erhobenen Befunde sowie alle weiteren diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen werden sofort nach der Untersuchung ausführlich besprochen.

Wir führen die proktologische Untersuchung in der linken Seitenlage mit leicht gebeugten Beinen durch, da diese Lage für die Patient*innen meist am angenehmsten ist.

Zunächst sieht man sich den After und die Haut der Afterregion an (Inspektion) und tastet dann vorsichtig den Analkanal und den Enddarm mit dem Finger ab (Rektal-digitale Untersuchung).

Anschließend wird ein etwa fingerdickes mit Gleitgel bestrichenes 20 bis 30 cm langes Rohr (Rektoskop) vorsichtig in den Enddarm eingeführt. Damit kann man das Innere des Enddarms und den Analkanal einsehen. Der Enddarm muss durch das Einpumpen von etwas Luft aufgedehnt werden, damit sich die Schleimhaut entfaltet und einsehbar ist. Das Einbringen von Luft in den Enddarm führt zu einem Gefühl des Stuhldrangs. Beim Herausziehen des Rektoskops wird die Luft wieder abgelassen.

Muss nur der Analkanal mit den Hämorrhoiden eingesehen werden, wird ein kurzes Rohr (Proktoskop) in den Analkanal eingeführt.

Koloskopie

Wenn Blut aus dem Darm austritt und die Ursache der Blutung nicht durch eine Rektoskopie oder Proktoskopie erkannt werden kann, muss eine Spiegelung des gesamten Dickdarms vorgenommen werden (Koloskopie). Weitere Gründe für die Durchführung einer Koloskopie sind okkultes Blut im Stuhl (positiver Okkultblut-Test), eine Vorsorge-Koloskopie ab dem 50. Lebensjahr, familiärer Darmkrebs, Tumorsuche insbesondere bei unklarer Gewichtsabnahme, unklare Stuhlgangsveränderungen wie Verstopfung und/oder Durchfall, unklare Mittel- und Unterbauchbeschwerden.

Wenn eine Koloskopie erforderlich wird, muss der Darm am Vortrag mit speziellen Abführmitteln entleert werden. Vor einer Koloskopie findet ein Aufklärungsgespräch statt, in dem die Maßnahmen zur Darmentleerung und zusätzliche Eingriffe (Entnahme von Gewebsproben, Entfernung von Polypen) sowie eventuelle Komplikationen besprochen werden. In den meisten Fällen kann eine Koloskopie ambulant durchgeführt werden. Wird während der Untersuchung ein Medikament (Schmerzmittel/Narkosemittel) verabreicht, welches die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt, kann der Heimweg nur in Begleitung einer anderen Person angetreten werden.